Was ist DemenzPoesie®?

Mit DemenzPoesie® entwickeln wir, das sind Pauline Füg (Diplom-Psychologin) und Henrikje Stanze (Diplom-Berufspädagogin mit Fachrichtung Pflegewissenschaft), eine Therapieform zur Gedächtnisrehabilitation von Demenzkranken.

Durch den sehr lebendigen Vortrag von Gedichten, die die Demenzkranken in ihrer Kindheit gelernt haben, werden die Teilnehmer einer DemenzPoesie®-Sitzung interaktiv und kreativ an Sprache und Rhythmus beteiligt. Hierbei werden  die Ressourcen des Langteitgedächtnis sowie die "phonologische Schleife" genutzt. Wir erleben, dass sie aufblühen und an ihrer Umwelt teilnehmen.
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Erfinder dieser besonderen Art des kreativen Arbeitens (Englisch: Alzheimer´s PoetryProject) mit Demenzkranken ist der amerikanische Poet Gary Glazner, mit dem wir eng zusammenarbeiten. In den USA finden seit 2004 regelmäßige Sitzungen („Sessions“) in Pflegeheimen statt und das Projekt findet dort viel Zustimmung und Förderer.

Wie sieht eine DemenzPoesie®-Sitzung aus?

Eine DemenzPoesie®-Sitzung wird von einem oder zwei geschulten Leitern durchgeführt. Mittels verschiedener Techniken (Call and Response, dem Gruppengedicht, Wiederholungen, Rhythmik, etc.) werden von den Leitern der Sitzung unter Einbeziehung der Teilnehmer Gedichte vorgetragen. Außerdem werden die Menschen mit Demenz angeleitet, selber kreativ werden und verfassen mit den Leitern der Session das sogenannte Gruppengedicht.

Eine Sitzung dauert etwa 40 Minuten, es können üblicherweise 10-15, in Ausnahmefällen bis zu 50 Demenzkranke teilnehmen.

Hier ein Bericht über die Oberbayerischen Kulurtage 2011 in Eichstätt, bei denen wir mit unserem DemenzPoesie®-Projekt (damals noch unter dem amerikanischen Namen Alzpoetry) mitgewirkt haben. Einen Beitrag über uns sieht man ab Minute 5:05. 



Neue Westfälische, 27. Juni 2014