Dienstag, 17. Juni 2014

Alt und Jung - Rosenhöhe Bielefeld (Part I)

Liebe Menschen,

gestern hatten wir einen wunderschönen Tag in Bielefeld!
Unter dem Motto "Alt und Jung" haben wir erst mit 30 Schüler_innen der Bodelschwingh-Realschule Gedichte und Geschichten geschrieben und die alten Klassiker (Zauberlehrling, Erlkönig) erarbeitet.

Brainstorming mit den Schüler_innen "Alt und Jung"


Nach Performance- und Sprechübungen ging es dann nachmittags ins Seniorenzentrum Rosenhöhe.

Hier haben wir gemeinsam mit den Schüler_innen ein Session durchgeführt.

Dabei ist das folgende Improvisationsgedicht mit den Bewohnerinnen der Rosenhöhe entstanden:

Das Gefühl von Sonne

Das schönste am Sommer ist das Gefühl von Sonne auf der Haut,
ein gutes Gefühl.
Ich habe schon viele Sommer erlebt,
aber noch nie gab es so einen komischen, wie in diesem Jahr.
Vielleicht liegt es am Fußball.

Wenn mich die ersten Sonnenstrahlen kitzeln,
denke ich an Schwimmen und Wasserperlen auf meiner Haut,
denke ich an die Amsel und den Spatz
und an die Störche, die ich immer übersehe.

Dann möchte ich Rosen pflücken,
rote mit Dornen und die erfrischend gelben.
Aber Vorsicht! Der Schein trügt!

Ich höre gerne meine Erinnerungen,
am liebsten, wenn meine Stimme sie jungen Menschen erzählt.

Kennst du Sommerregen?
Ich laufe durch die leicht feuchten Wiesen,
barfuß,
ich treibe die Kühe meiner Eltern ein,
die Kühe machen, was sie wollen.

Ich sage zu meiner Schwester:
Verbrenn dir die nackten Füße nicht auf dem Asphalt!
Es sind 25°C draußen,
aber da kann man nichts machen.

Bei so viel Sommerworten läuft mir das Wasser im Mund zusammen.
Und ich gehe mir ein Eis holen!
Wir mögen Vanille!

Guten Appetit




Das folgende Gedicht schrieben Emelie und Melissa, zwei Schülerinnen der Bodelschwingh-Realschule, über das Alter:

70 Jahre

I
Die Menschen haben mich gefragt,
was ich werden möchte.
Ich antwortete Prinzessin, Sängerin, Astronautin,
ein Kindheitstraum.

Die Jahre vergingen,
ich wurde älter,
reifer,
fasste Gedanken zusammen,
begann zu verstehen.

II
Und wieder kamen sie
und fragten:
Das Alter, woran denkst du?
Ich dachte nach:
Die Angst vor der Zulunft,
Schmerzen,
Leid,
Tod.

All das beschäftigt mich im ganzen Rahmen.

III
Jetzt bin ich hier, wo ich bin.
Vieles erreicht,
vieles verloren.

Wenn ich jetzt zurückblicke,
kann ich sagen:
Ich bin stolz auf mich.